Grausamer Alltag von Kindern im Dritten Reich auf der Theaterbühne

Kinder berichten von ihrem Hunger, erzählen von der Arbeit im Krematorium. Der tägliche Appell hallt wie ein Donnerschlag durch die Aula des GAT. Die Leiter der Literaturkurse Nicole Pies und Sascha Ternedde-Wieck schafften mit ihrem Ensemble in dem Stück von Lilly Axster „Doch einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen“ aber auch den Spagat zwischen dem Gefühl der Verzweiflung und einem lebensbejahenden Optimismus. Es wird nicht nur von der Angst und Unmenschlichkeit des Dritten Reiches berichtet; die Schauspieler erzählen genauso auch von den Wünschen und Träumen, von den kleinen und großen Heldentaten der Kinder: Sie spielen gemeinsam am Elektrozaun, sie riskieren ihr Leben, um Nahrung ins Ghetto zu schmuggeln und klettern dafür heimlich über Mauern und kriechen durch die Kanalisation.

Doch einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehenAuthentische Briefe, Gedichte und Tagebuchnotizen von Kindern und Jugendlichen, die in der Zeit des Dritten Reiches in Konzentrationslagern oder Ghettos lebten, sind Grundlage des Buches von Lilly Axster. Der Titel des Stückes ist Teil eines im Buch enthaltenen Gedichtes, das während der Vorführung vorgetragen wird. Es sind historische Schlaglichter, die auf der Bühne zu sehen sind. Sie beleuchten das Leben von Kindern, das für uns heute nur schwer nachzuvollziehen ist. Das Stück macht in jeder Szene deutlich: Kinder sind immer Leidtragende von Not und Krieg – ein Thema, was aktueller ist denn je.

Der Aufbau des Stückes als eine Art Szenencollage machte es möglich, die Szenen in der Probenarbeit voneinander zu trennen und sie für die Erarbeitung in Kleingruppen zu geben. Die Schüler ergänzten dann weitere Szenen, etwa durch Gedichte der Schriftstellerin Lily Brett oder aber durch dokumentarische Elemente. An zusätzlichen Probeterminen wurde das Stück schließlich zu einem Ganzen zusammengefügt.

Doch einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen Neben nachdenklichen Gesichtern gab es am Premierenabend auch viel Applaus von den Zuschauern. Die Lehrer der Literaturkurse zeigten sich ebenso angetan von der Umsetzung der Darsteller. „Das Stück bot den Schülern die Möglichkeit, eigene Zugänge zu dieser bedrückenden, oftmals in ihrer Grausamkeit überwältigenden Thematik zu finden und somit auf eine produktiv-kreative Art historisch zu lernen“, sagte Nicole Pies und betonte die Komplexität der Umsetzung für alle Beteiligten. Sascha Ternedde-Wieck stelle die außerordentliche Leistung der Schauspieler nochmals heraus: „Wir sind begeistert von dem, was die Schüler auf der Bühne geleistet haben. Sie haben dieses anfangs für sie schwer begreifliche, vielleicht auch befremdliche Stück, zu ihrem gemacht.“

Text und Fotos: Robert Pollheim

 

 

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