„Endlich frei“ – heiß ersehnte Zeugnisausgabe der Jahrgangstufe 12

Am 6. Juli wurden 77 Abiturientinnen und Abiturienten feierlich verabschiedet. Sie waren die Ersten, die aufgrund der Schulzeitverkürzung
bereits nach acht Jahren ihr Abitur ablegen konnten.

Die Schülerinnen und Schüler hatten ihre Abschlussprüfungen zwar ein Jahr früher zu bewältigen, doch offenbar sehnten sie den Abschied von dem Schulsystem heftig herbei. Stufensprecherin Jilada Wilhelm erntete bei ihrem Ausruf „endlich frei!“ breite Zustimmung.

Die Verabschiedung verlief in gelöster Stimmung: Sebastian Schneller und Annalena Kirsten moderierten die Entlassungsfeier souverän und führten locker durch die Programmpunkte. Gemeinsam mit seiner Mitschülerin Lena Offermanns (Gesang) hatte Schneller (Gitarre) die Verabschiedung mit dem Stück „Something in the water“ stimmungsvoll eröffnet, bevor Schulleiter Gerhard Fischer sein Grußwort an den ‚Turbojahrgang’ richtete.

„Was kam nun heraus, am Ende von G8?“, fragte Fischer und ließ zunächst Zahlen sprechen.

Abiturjahrgang 2013 (Quelle: Fotostudio Becker - Troisdorf)

Der Jahrgang in Zahlen: ein gemischtes Bild

Eine Besonderheit des Turbojahrgangs ist, dass keine Wiederholer oder Schüler von anderen Schulformen unter ihnen sind. Vergleiche man beide Jahrgänge ungeachtet der Unterschiede in Zusammensetzung der Schülerschaft und Lernzeit, so fiele auf, dass anders als im parallelen Jahrgang keine 1,0 vergeben werden konnte. Allerdings erzielten drei Schülerinnen trotz verkürzter Lernzeit bei gleicher Stoffmenge einen Abiturschnitt von 1,2. Der größte Unterschied ließe sich am Medianwert von 2,1 (G9: 2,7) ablesen, der besagt, dass die Hälfte dieses Jahrgangs einen Durchschnitt von 2,1 oder besser erreicht hat.

Fünf Abiturientinnen erbringen Bestleistungen

Doch die Zahlen sagen auch anderes aus. So wies Fischer darauf hin, dass die Spitze des Jahrgangs auffallend weiblich dominiert sei. Inwiefern dies Zufall ist oder ein Nebeneffekt der beschleunigten Lernzeit – von der Mädchen möglicherweise eher profitieren – bleibt indes unbeantwortet. Sicher ist, dass es für diesen Jahrgang eine besondere Herausforderung ist, zu entscheiden, wie es nach dem Abitur weitergehen könne. Denn aufgrund des vollen Stundenplans und der Stoffdichte, habe es hierfür an Gelegenheit gefehlt, konstatierte Fischer. Diese Entscheidungen stünden nun an – und bräuchten Zeit.

Wie schon am Vorabend konnten auch heute wieder einige Schülerinnen und Schüler geehrt werden, die sich in der Schulgemeinschaft stark engagiert hatten. Denn es greife zu kurz,  betonte Fischer, lediglich die schulische Leistung als Gradmesser für Reife und Bildung zu sehen. Man müsse auch die persönliche Entwicklung und Verantwortungsbereitschaft würdigen. „Nicht nur Eigentum verpflichtet“, erklärte Fischer, sondern auch „Gaben oder Talente“, die einem mitgegeben wurden.

Weise Worte aus dem Kollegium

Die Ansprache für das Kollegium übernahm Thomas Backes. „Die Abiturzeit hat etwas Janusartiges“, sinnierte Backes. Freude über das bestandene Abitur mische sich mit dem fragenden Blick nach vorn. Er rate allen einen Beruf zu wählen, bei dem man mit dem Herzen dabei ist. „Die Frage nach dem Sinn muss jeder für sich beantworten, aber das Nachdenken über sich hilft“, ergänzte Backes, der allen Absolventen das „Glück der Fülle“ wünschte. „Nehmt das Leben in seiner Gesamtheit an, auch den Schmerz, jeder kann eine Haltung finden, die es ihr oder ihm ermöglicht, ein erfülltes Leben zu führen.“

Nach einem Medley gespielt von dem ehemaligen GAT-Schüler Fabian Schoolmann, wurden die Auszeichnungen und Preise an die Schülerinnen und Schüler vergeben, die außergewöhnliche Leistungen erbracht haben – sei es fachlich oder persönlich.

Und wie empfand der erste G8-Jahrgang die beschleunigte Schulzeit?

„Endlich sind wir frei!“

Nicht schon, sondern „endlich sind wir frei“, verkündete Jilada Wilhelm, Stufensprecherin und zugleich eine der Jahrgangsbesten, „frei vom Schulstress und unendlich frei vom Schulvertrag“. Zustimmendes Gelächter seitens der Schüler, ernste bis amüsierte Gesichter bei den Lehrern, war dies einer der Streitäpfel im Schulparadies. Jiladas lässig-elegantes Auftreten war gepaart mit Selbstbewusstsein und schonungsloser Offenheit: „Wir sind alle größer, fauler, reifer geworden“, erklärte sie. Ihre Stufe beschrieb sie als „individuell“, die Lehrer hatten das Ziel, „Wissen zu vermitteln“ – und was war das Problem? „Wir“, beantwortete sie ihre eigene Frage unumwunden, „besonders in der Pubertät“. Kaum hatte sie zu allgemeiner Heiterkeit beigetragen, zielte sie mitten ins Herz der anwesenden Eltern: „Danke an die Eltern, die uns in der Pubertät genauso ertragen haben.“ Und welchen Lehrern gebührt, wenn überhaupt, der Dank? Ganz klar, „besonderer Dank geht an die Biolehrer für den Sexualunterricht.“ Abschließend gab sie zu bedenken, dass „Lehrer als Person“ prägen, also Erfahrungen in persönlichen Gesprächen, auf Klassen- und Kursfahrten oder im Miteinander bei der SV-Arbeit. Hier dankte sie allen Leistungskurslehrern und den SV-Lehrern Esther Eckelt, Ulrich Angert und Daniel Weber.

Auszeichnung besonderer Leistungen und Ausgabe der Zeugnisse

Die fünf besten Schülerinnen des Jahrgangs waren Jennifer Piloth, Lea Ruge, Jilada Wilhelm (jeweils mit 1,2) dicht gefolgt von Lena Offermanns und Lea Pitz-Paal. Im Anschluss wurden – wie am Vortag – die Zeugnisse „in alphabetischer Reihenfolge persönlicher Bestleistungen“ verteilt, so formulierte Fischer. Jeder Absolvent erhielt sein Zeugnis vor dem Hintergrund eines Kinderfotos und begleitet von selbst ausgewählter Musik.

Den musikalischen Abschluss lieferten Anja Freimann (Klavier) und Lena Offermanns (Gesang) mit den passenden Abschiedsworten aus Adeles „Skyfall“: “This is the end/ Hold your breath and count to ten /Feel the earth move and then/Hear my heart burst again.”

Das Moderatorenpaar bedankte sich herzlich bei der Stufenleitung, Ilona Jung und Ulrich Angert, dann drängte es die erlösten Abiturientinnen und Abiturienten hinaus. Diese formierten sich dort ein letztes Mal für das Gruppenfoto, um schließlich die Schule hinter sich zu lassen. Endlich.


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